Tricker’s_Nachhaltige Schuhe

Sind Tricker’s nachhaltige Schuhe? Nun, sie werden in England gefertigt, der Qualitätsanspruch ist auf ein langes Leben ausgerichtet und durch die traditionelle Fertigung können die Schuhe einfach repariert bzw. neu gesohlt werden. Ich betrachte dies als einen extrem nachhaltigen Zugang zu Produkten, die sonst aus Kunststoff in China in Massen gefertigt werden, um nach ein paar Monaten als unbrauchbarer Müll im Kübel zu landen.

Mein erstes Paar ist gleich der Klassiker – ein Stow Boot in Schwarz mit dem typischen Lochmuster auf dem Schuhrücken. Mittlerweile trage ich diesen Schuh seit 5 Jahre – das ist für meine Verhältnisse relativ lange – ich neige dazu, die Sohlen nach innen hin abzulaufen und mich relativ wenig um den Schuh zu kümmern (Reinigung etc.)

Stow Country Boot
(c) Trickers Webseite

Mein Trickers steckte das alles weg. Heuer habe ich ihm eine neue Schicht an Schuhcreme und Lederfett gegönnt, er sieht nun wieder fast aus wie neu. Durch die Jahre hinweg, hat er sich auch meinem Fuss angepasst und dieser Trickers Boot ist einer meiner bequemsten Schuhe (nach Sneakermodellen).

Nach dem schwarzen Klassiker habe ich noch einen hellbraunen (caramel) glatten Boot mit Ledersohle – davon würde ich mit der heutigen Erfahrung eher Abstand nehmen. Warum? Durch die Ledersohle rutscht der Schuh sehr rasch auf Laub oder auf feuchtem Boden. Aufgrund der robusten Bauweise sind diese Stiefel eher für Übergangszeiten und milde Wintertage geeingnet, also genau wenn etwas nass angesagt ist.

Für wärmere Tage besitze ich auch einen Halbschuh, ebenfalls ein fantastisches Erzeugnis der britischen Schuster. Dazu noch ein Sondermodell aus London, das ich bei meinem Aufenthalt in einem Shop ergattern konnte, der sich auf japanische Importware spezialisiert hatte. Es ist ein schwarzer Boot, mit rotem Innenleder und weissen Gummisohlen. Also wirklich ein aussergewöhnliches Modell in der Range von Trickers.

Größenmäßig trage ich entweder 42 oder bei kleiner geschnittenen Schuhen 43, bin aber eher auf der 42er Seite. Bei dieser Größe rate ich zur englischen 8 bei Trickers, die sollten passen.

Ich kann eine klare Kaufempfehlung abgeben – wem der Preis zu hoch scheint, der werfe einen Blick auf die Sale Ecke im Webshop oder suche nach Trickers Outlet. Auch Händler bieten manchmal günstigere Modelle an.

Bezugsquellen:
Wie üblich, sind die Schuhe in Wien eher unüblich – am ehesten könnte Schuhmann im Palais Ferstl noch welche haben. Online bestellte ich meine bei Franz und Emil in Deutschland bzw. bei Trickers direkt im Webshop.

LXI FELDMANN_Meyer_C_F


Land, Wasser, Himmel—rings dasselbe Grau!
Wer ahnte deine Anmut, Ufenau?
Im Schilfe schwadert eine Entenschar
Und kündet frühen Winter diesem Jahr.

Des Schaffners „Feldmann“ stellt zur Jagd sich dort.
Noch eine Birsch, bei meinem Ritterwort!

Mir hangt ein ländlich Armbrust an der Wand…
Hier ist’s! Der Spanner fehlt, ich spann‘ von Hand…

Gehorche, Ding! Schon manches Seil gestrafft
Hat diese Faust… Verdammt! Mir fehlt die Kraft!

Wie? eine Träne?… Nieder, täppisch Tier!
Der wackre Köter leckt die Wange mir.

Gelt, wer die Armbrust nicht mehr spannen kann,
In deinen Augen ist’s ein armer Mann!

Die wilde Jagd des Lebens geht zu End…
Komm! Sehn wir, ob im Herd ein Feuer brennt.

Jungmaven – Nachhaltige Basics

Das Longsleeve Shirt von Jungmaven war ein Zufallsfund – bei Denim Heads in Prag hatte das Teil, als ich bei einer Konferenz in der Stadt war. Grund für den Kauf war, neben der Passform, das „Made in US“ Label auf der Innenseite – nicht unbedingt die Textilmischung, welche doch recht ungewöhnlich ist.

Hanfkleidung zählt weder zu den Mainstream Textilien noch zu meinen Favoriten – einerseits schreien die meisten Hanfteile „öko-alternative-Hippi-Style“ und andererseits weiß ich auch nicht unbedingt, wie damit umgehen (waschen, trocknen etc). Darum war mein Erstaunen auch hoch, als ich entdeckte, dass das Henley in meinen Händen eine Hanfanteil hatte – zwar nur 30% aber immerhin. Scheinbar geht es nicht nur mir so mit der Frage, was soll ich mit Hanfkleidung anfangen, denn Jungmaven hat auf ihrer Website die wichtigsten Gründe für den pflanzlichen Rohstoff schön dargestellt.

(c) Jungmaven Webseite

Jetzt, nach fast genau 4 Jahren, liebe mein langärmeliges Henley – in der kalten Zeit als Unterhemd unterm Rollkragenpulli passt es perfekt. Was ich sehr schätze, sind die langen Bündchen am Ärmel – diese verhindern ein Rutschen und liegen gut an.

Ja, das Teil ist noch immer in der Kollektion, allerdings hat sich die Mischung Cotton/Hemp in Richtung Hanf verschoben, aber so sieht mein Shirt auf der Webseite aus:

(c) Jungmaven Webseite Webshop

Es hat sich in den vier Jahren nicht verzogen, ausgeleiert oder ausgebleicht. Wie bereits erwähnt, kommt es eher in den kühleren Monaten zum Einsatz oder als einfaches Shirt im Urlaub bei Sommerabenden, in denen die Sonne schon hinterm Horizont verschwand.

Bezugsquellen:
In Österreich habe ich die Marke noch nirgends entdecken können, selbst in Deutschland fällt mir auf die schnelle kein Shop ein. Die Denim Heads in Prag haben die Longsleeves in ihrer Kollektion, aber für die komplette Auswahl bleibt wohl nur der Webshop von Jungmaven selbst. Aber Achtung – Importkosten werden anfallen.

AN EINE FREUNDIN_Morgenstern_Ch

Laß den Helden in deiner Seele nicht sterben!
Welkst du hin wie die Blume, der Baum im Herbst,—
höre nimmer doch auf, um den Kranz zu werben!

Alle andern Kränze bleiben zurücke,
schwinden hin wie die Glieder, die sie bedecken …
Dieser bleibt dir allein auf der großen Brücke—

hält dir droben die Geisterstirn noch umschlossen:
und dereinst, wenn du wieder hinabgestiegen,
wirst du gehn, wie von heiligem Schein umflossen.

Waldviertler_Nachhaltige Schuhe

Als Österreicher ist es schwer, beim Thema „heimische Produktion“ gerade im Bereich der Mode/Kleidung, nicht an Waldviertler Schuhe zu denken. Sie sind der Inbegriff des alternativen Konsums geworden – zumindest im großstädtischen Wiener Bereich. Im Waldviertel sind sie eben „die Schuhe“ geworden, denn Heini Staudinger ist einer von ihnen: ein Mann mit Ideen und Umsetzungswillen, gegen Hindernisse, welcher Art auch immer.

Aber was genau ist das mit den Waldviertler Schuhen? Nun, mittlerweile hatte ich selbst ein paar Paar an den Füßen und sie sind auf unterschiedliche Arten gut.

Warm und Wärmer

Die gefütterten knöchelhohen „Eisbären“ sind DIE Schuhe für kalte Tage – also alles unter -10 Grad oder mit langen Aufenthalten im Freien oder auf kalten Böden (Konzert in der Kirche). Sie halten unglaublich warm und sind die Lösung für alle, die im Winter mit kalten Füssen kämpfen.

Für 0 bis -10 Grad greife ich gerne zu den „Jaga“, einem Boot, der mit dicken Leder überzeugt. Durch den geräumigen Raum sind sie auch bequem für längere Spaziergänge und Wanderungen durch Stadt und Wald.

Beide Modelle sind super robust, so mache ich mir kaum Sorgen über Nässe, Schnee und Matsch. Einzig die Profilsohlen sind manchmal etwas nervig – so bleiben die Splittersteinchen gerne darin hängen und sie neigen auf feuchtem Laub zu rutschigem Gleiten. Aber diese Nachteile sind gottseidank nur selten zu bemerken, die Vorteile überwiegen bei weitem!

Halber Schuh, ganze Wirkung

Bei winterlichen Aufenthalten in Räumen und Gebäuden greife ich gerne zum Kommod Flex. Er hat die dicke Sohle für die Wege im Freien aber als Halbschuh nicht ganz so warm und schweißtreibend wie die beiden genannten Modelle.

Ich hatte auch mal den sportlichen Königsadler, der sagte mir persönlich eher weniger zu. Für einen Sportschuh fehlt die dämpfende Sohle und für einen klassischen Halbschuh fehlt das schlanke Design.

Für Sommertage auf der Terrasse kommt der Kommod Classic zum Tragen. Er besticht durch leichteres Leder, einen bequemen Ein-/Ausstieg und einer leichten Sohle. Schnell rein und raus in die Sonne. So einfach kann Schuhleben sein.

Überlegungen

Ich liebe die gute Verarbeitung und das qualitativ hochwertige Leder. Auch die Idee, jede Saison andere Farben zu verwenden ist einfach großartig. Kann man Waldviertler ein Leben lang tragen? Klar kann man – die Sohlen sind einfach ersetzbar, die Innensohlen detto und die Konstruktion ist tausendfach bewährt und getestet.

Warum ich nicht nur Waldviertler trage ist ebenso einfach erklärt, wie die guten Gründe, es eigentlich zu tun. Die Form ist einzigartig, wiedererkennbar und das Markenzeichen schlechthin. Aber sie ist auch etwas grob und durch die Verknüpfung mit der Marke nicht einfach zu ändern. Damit wird die Form mit dem dritten Paar Schuhe in der Kommode schon fad, uninteressant und langweilig. Ich hingegen liebe dann doch die Abwechslung zu sehr.

Aber jede/jeder sollte mal ein Paar getragen haben und damit hast du ein Teil für die nächsten 10 Jahre zu Hause. Gemacht in Österreich, von Menschen, die hier leben und einen Job haben. Das alleine macht den Preis schon unheimlich günstig, nicht billig. Denn billig sind die Waldviertler auf keinen Fall.

Bezugsquellen:
Am besten in einen der vielen GEA Shops schauen, probieren, gustieren und mitnehmen. Oder in Schrems direkt eine Führung machen und in der Jurte aus einen riesen Auswahl die Qual der Wahl haben.
Es gibt natürlich einen Online Shop, aber erstens werden die Bilder (pro Modell meistens nur eines) den Produkten nicht gerecht und zweitens ist dieser nur in deutsch verfügbar. Das beschneidet einen Online Shop irgendwie zu viel, denn der Vorteil von Webseiten ist die globale Erreichbarkeit. Aber damit hats der Heini wohl eher nicht so sehr 🙂 Gut so.

LIEBESGEDICHTE_Huth_R.



GESTERN weint ich in den Schoß des Glückes:
Ach, mir fehlt die Sonne deines Blickes!

Laß mich, laß mich deine stolzen süßen
Goldnen Augen einmal noch genießen,

Daß ich froh die Blicke wieder wende
Auf den Tanz der Weltallsgegenstände,

Und das Glöckchen wieder höre klingen
Lieblich in den bunten Erdendingen.

Da erblickt ich in der großen Ferne
Eine Wiese voller Blumensterne,

Überrieselt von der Sonne Röte,
Bienenübersummt wie Hauch der Flöte,

Und das Glück sprach: Sieh, so wirst du liegen
Und dich an zwei traute Lippen schmiegen.

Aber einst, nach langen Sommertagen – – –
Und da schwieg es, wollte nichts mehr sagen.

Erlich_Nachhaltige Basics

Da musste ich doch mal in meinem Email Postfach nachsehen, wann ich die Boxershorts von erlich bestellte. Wow, doch schon 3 Jahre her, wie die Zeit vergeht. Es war das Modell Gustav, das ich ausprobieren wollte, denn schon der Zugang von erlich zu Mode ist mir sofort ins Auge gestochen:

gustav im 3er pack
(c) erlich webseite

Wir versprechen dir, dass wir immer auf höchste Sozialstandards, Transparenz, fairen Handel, kurze Lieferwege und den schonenden Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten achten. Wann immer wir eine Möglichkeit sehen, die Dinge anders und besser zu machen, werden wir das tun. Für dein und für unser Wohlfühlgefühl.

https://erlich-textil.de/unser-versprechen

Das überzeugte mich, den Produkten dieser doch noch recht jungen Marke das Vertrauen zu schenken. Vor allem, da sie preislich im „normalen“ Rahmen bleiben: Gustav z.B. kostete damals wie heute 44.95,- für 3 Stück. Wenn ich das mit anderen Boxershorts vergleiche, kommt das wirklich günstig: eine 3er Packung von Resteröds landen bei 39.95, sind zwar aus Bio Baumwolle, werden allerdings in China gefertigt. Fünf Euro mehr für europäische Produktion? Bin dabei.

Mittlerweile hat sich das Sortiment in alle möglichen Richtungen erweitert – Kinder, Badewäsche, Bettgewand und Handtücher, alles kann online geordert werden. Was mich wie die Qualität, die Versprechen und Auswahl von lokalen Partnern beeindruckt, ist die Vielfalt der Menschen, die auf erlichs Instagram Account in Erscheinung treten:

(c) Instagram Account von erlich

Natürlich können das Models sein, die gebucht wurden, es könnten auch Kundinnen und Kunden sein, die auch unter „von Euch“ zu finden sind.

Zurück zu Gustav – es sind klassische Boxershort, für mich ist die Standardgröße L absolut passend (sind also eher normal geschnitten) und eher auf der dünneren Seite. Im Unterschied zu hemen oder white briefs sind sie für engere Hosen also perfekt. Auch wenn manche Rückmeldungen von Kunden anderes sagen, bei mir rollen auch die Beine nicht nach oben.

Bezugsquellen: Wie viele andere neue nachhaltige Labels sind auch die Produkte von erlich nur online im Webshop erhältlich.

IN DER FREMDE_Bethge_H

Verbannt von meinem Kaiser, leb ich nun
Fünf Jahre schon in fremdem, wildem Lande,
Entbehrend deinen Anblick, süsses Weib.

Nie darf ich mehr zur Nacht mein müdes Haupt
Auf deinem lieben, weichen Arme betten;
Hör, was ich tat in meiner Einsamkeit:

Ich säte Nelken aus in meinem Garten;
Wenn sie in Blüte stehn, so denk ich immer
An dich, die meine schönste Nelke war.

Dies ist der einzige Trost, geliebtes Weib,
In meiner öden Fremde. Ohne ihn
Würf ich mein Leben unbedenklich ab.

Tellason_Nachhaltige Jeans

(C) Tellason Instagram Account

Bei meinem USA Aufenthalt in Californien besuchte ich mehrere Shops, die „Heritage“ bzw. „Union made“ Kleidung führten. Das Erlebnis in diesen Läden ist immer etwas besonderes, da es nicht nur um das Produkt selbst geht, sondern auch um den Lifestyle und noch mehr – um die Geschichten rund um die angebotenen Waren.

Tellason ist eine Marke, die ich gezielt in San Francisco suchte, denn die Jeans von Tellason werden genau dort gemacht. In San Francisco, der Heimat der Jeans, das Zentrum von Levis und der Goldgräber, die diese robusten Hosen zu dem machten, was sie heute sind: ein Erbstück der US amerikanischen Kultur und mittlerweile ein unabdingbarer Teil der westlichen Mode. Tellason selbst geht aber noch einen Schritt weiter. Levis, die Massenmoden Marke fertigt schon lange nicht mehr in der Valencia Street in SF sondern outgesourced in allen möglichen Teilen der Welt. Die Jungs und Mädels von Tellason hingegen sind stolz auf die Historie in der Bay und verwenden tatsächlich nur „made in USA“ Knöpfe, Garne, Patches und natürlich Denim.

Gerade die Schliessung der Cone Mills White Oak Weberei – eine der letzten großen Denim Hersteller der USA – hat sie recht getroffen, wie sie selbst schreiben:

When our friend and manager of the Cone Mills office in San Francisco called on the morning of October 18 and asked us if we were sitting down, we knew what he was going to say. The big surprise came a few months ago when we learned that we were the fourth largest customer at White Oak. We thought: „if this is the case, where are the big brands?“ Of course, we all know where they are — chasing down the lowest cost production around the globe to satisfy the demands of their customers — who care about quantity over quality, price over provenance.

Tellason Blog

Aber das Leben geht weiter und die Challenges werden nicht kleiner. Tellason sucht immer wieder neue Wege und Möglichkeiten, ihren Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt zu leisten: Faribault Woolen Mill liefert weiterhin Stoffe, die „made in USA“ sind und gemeinsam schafft man neue Produkte wie Denim Hemden aus recycelten Stoffen.

(c) Tellason Instagram Account

Mein Modell ist aus der Sheffield Reihe, eine gerade geschnittene Jeans aus Denim von Cone Mills White Oak. Die Größe ist eine Spur kleiner als sonst (33 statt 34) und sie passte von Anfang an super bequem. Ich erinnere mich, im Laden unterschiedliche Jeans von anderen Herstellern probiert zu haben, aber die Tellason war so eine „reinschlüpfen, passt, nehme ich“ Geschichte. Seitdem habe ich sie regelmäßig an, trage sie jedoch nicht ständig. Darum ist das Fading auch noch nicht in einem erwähnenswerten Status angekommen. Aber das wird noch.

Bezugsquellen:
Laut Homepage und sonstiger Recherche gibt es einen Laden in Österreich, der Tellason Produkte führt: Haffton Clothing in Salzburg. Deutschland ist da wieder mal etwas besser aufgestellt – es gibt viele Optionen in diversen Städten, persönlich empfehlen kann ich den Riders Room und Thomas-I-Punkt in Hamburg sowie Burg und Schild in Berlin. Auch der Stilkontor in Leipzig sollte dir eine Tellason Jeans zum probieren geben können.
Online kann ich wie so oft Cultizm.com empfehlen, da spart man sich auch die Import Troubles wenn man im offiziellen Webshop der Marke einkaufen geht.

RIESENGROSS WUCHS MEINE LIEBE_zur_Linde_O

Riesengross wuchs meine Liebe ins quellende Rund,
Schwellend umschlang sie die Fülle der Welt,
Alles zu einen in einem, vom Gipfel zum Grund,
Weit zu dehnen ins Weite ein Zelt

Über das Volle und Leere, sich selbst zu umschliessen.
Ach! aber die Liebe
Alles umschliessend schloss sie sich aus.
Folgte die Ebbe der Flut und trank ihre sickernden Wogen
Sehnsucht saugend in Demut, verschrumpft;
Enger und enger des Dus umklammernde Bogen;
Naht des Vergehens urwerdende Kunst.
All-einstrahlend im Brennpunkt welcher sich selber verbrennt,
bejaht sich das Leben
Weil es im Tode sich selber verneint.