LIED DER LANDSTRASSE_Whitman_W


Und nun von Stund an erklär ich mich frei von Schranken und eingebildeten Linien,
Ich gehe, wohin ich will, mein eigener Herr völlig und gänzlich,
Ich höre auf andre und prüfe gut, was sie sagen,
Breche ab, empfange, suche, betrachte,
Freundwillig, jedoch unbeugsamen Willens, der Krücken entratend, die mich stützen wollen.

Ich atme die Weiten des Raums ein,
Ost und West sind mein, und Nord und Süd sind mein.
Ich bin weiter, besser als ich vermeint,
Ich wußte nicht, daß ich so gütig sei.

Alles erscheint mir nun schön,
Männern und Fraun kann ich immerzu sagen, ihr waret so gut zu mir, ich wäre grad so zu euch.
Kraft will ich sammeln für mich und für euch, wenn ich wandre,
Unter Männer und Fraun will ich mich streun, wenn ich wandre,
Neue Lust und Herbheit will ich aus ihnen schütteln,
Verleugnet mich einer, so solls mich nicht stören,
Nimmt mich einer auf, ob Mann ob Frau, so sei er gesegnet und wolle mich segnen.

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